4. Schäden durch den Bau der Air Base

Neben der Verringerung des landwirtschaftlichen Nutzfläche hatte die Anlage des Flugplatzes noch weitere negative Auswirkungen auf Sembach.

Im Verlaufe der Bauarbeiten, später auch im Zuge von Manövern traten immer wieder Schäden an Häusern, Mauern, Zäunen usw. auf, die von schweren Baufahrzeugen verursacht worden waren. In einer Aufstellung solcher Schäden vom 5.1.1952, also nach etwa einem halben Jahr Bautätigkeit, machten Privatleute Entschädigungsansprüche in Höhe von 5.855 DM geltend, deren Abgeltung durch die dafür zuständigen Behörden aber kein Problem darstellte, so dass es in dieser Frage zu keinen größeren Spannungen zwischen den Betroffenen und der amerikanischen Bauleitung kam.

Auch die teilweise dramatische Veränderung des Landschaftsbildes wurde offenbar mehr oder weniger klaglos hingenommen.

Dagegen erregte die Reparatur der umfangreichen Schäden am Straßennetz der Umgebung noch längere Zeit die Gemüter.

Die ständige Überbeanspruchung durch schwere Lastkraftwagen und Baufahrzeuge während der Bauphase führte neben der Lärmbelästigung zu schweren Schäden an den Straßen des Dorfes, die "ausnahmslos in Mitleidenschaft" gezogen wurden. Die baldige Sanierung des innerörtlichen Straßennetzes wurde als unbedingt erforderlich bezeichnet und mit etwa 20.000 - 23.000 DM Kosten veranschlagt, die zu tragen die Landesregierung aufgefordert wurde. Weitere Teile des Straßennetzes in der Umgebung der neuen Air Base mussten für ca. 200.000 DM wiederhergestellt werden. Zudem war die Neuanlage einiger Straßenabschnitte erforderlich, da einige Wege, darunter ein ca. 400 m langes Teilstück der B 40 (Kaiserstraße), sich innerhalb des Flugplatzgeländes befanden und damit in Zukunft für den Verkehr gesperrt waren.

Die alliierte Hohe Kommission lehnte es ab, finanziell für irgendwelche Straßenbaumaßnahmen aufzukommen, die nicht unmittelbar dem Militär dienten und die nicht von der Hohen Kommision angeordnet worden waren. Die Kosten für die Umleitung der B 40 musste daher der Bund als Träger der Straße aufbringen.

Der Verantwortung für die Sanierung der durch die Baumaßnahme in Mitleidenschaft gezogenen innerörtlichen Straßen und Feldwege entzogen sich die Amerikaner jedoch nicht und suchten "Mittel und Wege für eine baldige Inangriffnahme", die im ersten Halbjahr 1953 auf Kosten der Amerikaner erfolgte.

Die Frage der "Entwässerung des Flugplatzgeländes" sowie die Anlage von zwei Kläranlagen und einer Umzäunung wurden in "vorbildlichem Meinungsaustausch [...] zur beiderseitigen Zufriedenheit" von Sembachern und Amerikanern gemeinschaftlich zu lösen versucht, doch dauerte es noch Jahre, bis der durch den Bau des Flugplatzes und der Wohnsiedlung in Unordnung geratene Wasserhaushalt wieder ins Gleichgewicht gebracht werden konnte.

Nachdem also die grundsätzlichen Entscheidungen gefallen waren, kam es in eher untergeordneten Detailproblemen zu keiner erregten Konfrontation mehr, auch wenn die Sembacher für die Zeit des Flugplatzbaus einige Unannehmlichkeiten hinnehmen mussten. Das Verhältnis zu den Amerikanern begann sich zu normalisieren, und die Zeit der vertrauensvollen Zusammenarbeit kündigte sich an, obwohl das Geschäftsgebaren der Amerikaner gegenüber den am Bau der Wohnsiedlung beteiligten deutschen Baufirmen noch Anlass zu manchem Ärger gab, da es für deutsche Verhältnisse etwas ungewöhnlich war. Doch da diese Baufirmen nicht in Sembach ansässig waren, nahm die Dorfbevölkerung diese Probleme vielleicht mit einem Kopfschütteln zur Kenntnis, war aber nicht direkt davon betroffen.


Aus: "U.S. Air Base Sembach: Von der ersten Landbeschlagnahme zu Abzug und Konversion" von Winfried Herget und Walter G. Rödel aus dem Jahr 1995


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