Virtuelles Kraftwerk: Intelligente Stromversorgung in Enkenbach-Alsenborn

Virtuelles Kraftwerk, Smart Grid light und Speichertechnologien

Die Gemeindewerke Enkenbach-Alsenborn betreiben ein eigenes Stromnetz und Erzeugungsanlagen, in denen Strom und Wärme aus erneuerbaren Quellen erzeugt werden. Zur ökologisch und ökonomisch optimierten Steuerung der Energieerzeugung und des -verbrauchs sollen die vorhandenen dezentralen Erzeugungsanlagen (Biomasseheizkraftwerk, Holzhackschnitzel-Kraftwerk, mobile Blockheizkraftwerke, Notstromaggregate) zu einem intelligent gesteuerten Energieverbund zusammengeschlossen werden.

Die intelligente Steuerung ermöglicht es beispielsweise, Leistungsspitzen auszugleichen oder den Energiebedarf kostengünstig aus dem Angebot der zusammengeschlossenen Anlagen zu decken. Wichtig für die Stromversorgung aus Erneuerbaren Energien ist die Errichtung einer Speichermöglichkeit. Zu diesem Thema wurde von der SP Energy Control eine Machbarkeitsstudie erstellt, die Potenziale und Vermarktungsmöglichkeiten eines Batteriespeichers untersucht hat. Ergebnis der Studie war, dass die sich die Integration eines 3 MW-Batteriespeichers in das Energiesystem der Ortsgemeinde Enkenbach-Alsenborn durchaus wirtschaftlich darstellen lässt. Sie haben Interesse an unserer Machbarkeitsstudie? Dann kontaktieren Sie unsere Klimaschutzmanagerin Lisa Rothe unter der 06303/913410 oder via E-Mail unter lisa.rothe(at)enkenbach-alsenborn.de!

Erste Umsetzungsmöglichkeiten werden derzeit realisiert: So werden derzeit die regenerativen Erzeugungsanlagen in einen virtuellen Kraftwerksverbund integriert, um am Regelenergiemarkt teilzunehmen.

Neben der Möglichkeit der Nutzung eines Speichers spielt auch das Demand-Side-Management eine große Rolle.

So können durch die Einführung einer verbrauchsseitigen Erfassung der Energieverbräuche („Smart Grid light“)  bestimmte Haushaltsgeräte gesteuert werden. Leistungsspitzen können so gemildert werden, wodurch eine effizientere Energiebereitstellung ermöglicht wird.

Gerade morgens zwischen 6.30 und 8.00 Uhr werden besonders viele Haushaltsmaschinen eingeschaltet. Zudem beginnt in dieser Phase die übliche Arbeitszeit. Dies führt in den Stromnetzen zu hohen Stromanforderungen den sog. Leistungsspitzen. Oftmals werden in diesem Zeitraum auch die Spülmaschinen eingeschaltet, damit am Mittag oder Abend das Geschirr gespült ist.

Viel sinnvoller wäre es, diese Maschinen erst im Laufe des Vormittags zum Einsatz zu bringen, wenn die Höchstanforderungen im Stromnetz vorüber sind. Mit Smart Grids kann hier eine zeitliche Steuerung vorgenommen werden.

Der Spülmaschinenbetreiber schaltet morgens wie üblich seine Maschine ein. Von einer Leitwarte (in diesem Fall das Virtuelle Kraftwerk) wird über dieses elektronische Bauteil  die Maschine aber erst in Betrieb gesetzt, meist gegen 8.30 – 9.30 Uhr, wenn geringere Stromanforderungen bestehen.

So müssen geringere Maximalkapazitäten in den Großkraftwerken bereitgehalten werden. Zudem können die überregionalen Stromnetze entlastet werden.

Eine erste Installation eines Verbrauchsüberwachungsgerätes, mit welchem man die täglichen Lastgänge überwachen kann, wurde in der Kita Alsenborn installiert.

Auch die Planung eines grünen Arealnetzes mit geeigneten Erzeugungsanlagen und dezentralen Speichern wird derzeit konzeptioniert. Zudem werden die erneuerbaren Erzeugungsanlagen in ein bestehendes Virtuelles Kraftwerk eingebunden, um am Regelenergiemarkt teilzunehmen.