Rätselhafte Zeitzeichen

Rätselhafte Zeitzeichen - Stele

Im nördlichen Bereich des Pfälzerwaldes, östlich von Kaiserslautern befindet sich eine außerordentliche Anzahl von Hügelgräbern aus vorgeschichtlicher Zeit. Über 300 Grabanlagen sind bekannt und bilden vermutlich das größte zusammenhängende Vorkommen in Deutschland. Das Gebiet liegt im Zentrum des ehemals keltischen Siedlungslandes, in Sichtweite des Donnersberges, auf dem sich vor über 2000 Jahren eine der größten Stadtanlagen der Kelten befand. Neben diesen Begräbnisstätten finden sich vielfältige weitere Spuren und Zeichen, die von den Menschen vergangener Zeiten hinterlassen wurden. Vieles davon ist wissenschaftlich noch nicht erforscht und liegt oft unscheinbar in den Wäldern verborgen. Manches wird vielleicht für immer geheimnisvoll bleiben. In einem Gemeinschaftsprojekt der beteiligten Gemeinden Hochspeyer, Fischbach, Enkenbach-Alsenborn und Mehlingen ist im Jahre 2008 ein Wanderwegenetz von insgesamt 60 km entstanden. Dieses verbindet über 50 Stationen von oftmals „Rätselhaften Zeitzeichen“ miteinander.
Wer diese Entdeckungstouren unternommen hat, der wird unsere Gegend zukünftig mit anderen Augen wahrnehmen und möglicherweise weitere mysteriöse Hinterlassenschaften aufspüren.

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Hochfelsweg

Hochfels

Der Weg verläuft überwiegend im Wald und führt zu mehreren Steinsetzungen, die vermutlich aus der Bronzezeit/Steinzeit stammen. Hierbei spielen bestimmte astronomische Vorgänge um den Mond eine besondere Rolle. Die Steinallee des Meisenbergs, verschiedene Menhire und der geheimnisvolle Hochfels sind die wichtigsten Stationen. Ergänzt werden sie durch alte Pflasterwege verschiedener Ausführungsarten. Der Nachbau einer Kanonenschanze aus der Epoche der Revolutionskriege erinnert an die Kämpfe am Fröhnerhof von 1794. Am Ende steht die herrliche Fernsicht auf den Donnersberg, mit 687 Metern die höchste Erhebung der Pfalz.

Länge: 12 km, Höhenprofil: + 250 m, Wanderzeit: ca. 3 3/4 Std.,
Wege sind teilweise naturbelassen, mit Steilstücken und Pfaden.

Einstieg: Direkt ab dem Parkplatz Mehlinger Heide 

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Sonnwendweg

Sichel im Astronomischen Kreis

Seit Jahrhunderten gehört der Abtstein zum Ortsbild, doch liegt seine wahre Bedeutung im Dunkeln. Vorbei an seltsamen Steinplatten und rekonstruierten Grabhügeln geht es hinunter zu den Schwarzweihern, Denkmälern der frühen Industrialisierung. Der Abstecher zum Spitzen Hübel führt zu einem wirklich geheimnisvollen Riesenhügel im Neuhemsbacher Wald: 20 m hoch, 150 m Durchmesser und kreisrund. Ein Naturschauspiel oder Menschenwerk? Seltsame Symbole auf einem Grenzstein und ein Menhir aus der Jungsteinzeit leiten über zum Höhepunkt des Weges: Astronomie zum Anfassen in einem modernen Steinkreis vor dem grandiosen Horizont des Pfälzerwaldes.

Länge: 9 km, Höhenprofil: + 70 m, Wanderzeit: ca. 2 3/4 Std.,
Variante: Abstecher zum „Spitzen Hübel“ + 5 km
und Höhenprofil: + 100 m, Wanderzeit: ca. 1 1/4 Std.

Einstieg: Am Sportzentrum Mehlingen, Hauptstraße 86d, 67678 Mehlingen

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Schanzenweg

Gallierspiel

Vom Ursprung der Alsenz und der fränkischen Burganlage Dieburg geht es hinauf zu den Keltengräbern des Eckelsbergs. Auch hier lohnt sich ein Abstecher zum Spitzen Hübel. Vorbei an den Stämmen der Gallier geht es dann zu den Schauplätzen der Revolutionskriege: Ein Begräbnisplatz und Schanzanlagen erinnern an die Kämpfe von 1794. Dazwischen ein Steinbruch in dem man sich verewigen kann, ein seltsamer Felsklotz und uralte Handelswege. Wo vor tausenden von Jahren Ochsenkarren und Eselskarawanen über die Höhen des Schorlenbergs zogen, rollt noch heute der Verkehr auf einer der wichtigsten Fernverbindungen Europas.

Länge: 12,5 km, Höhenprofil: + 200 m, Wanderzeit: ca. 3 1/2 Std.,
Variante: Abstecher zum „Spitzen Hübel“ + 6 km,
Höhenprofil: + 65 m, 1 1/4 Std., Wege sind teilweise naturbelassen,
mit Steilstücken und Pfaden.

Einstieg: Burgstraße 17, 67677 Enkenbach-Alsenborn

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Kelten- und Römerweg

Ein römisches Haus

Wie funktionierte das römische Nachrichtensystem? Hinweise auf ehemals vorhandene Signaltürme wurden ins Modell umgesetzt: Dort lässt sich die Nachrichtenübermittlung praktisch ausprobieren. Wer lebte hier, bevor die Römer kamen? Ein Blick zum Donnersberg, mit seiner noch heute imposanten Ringwallanlage, gibt Auskunft. Die Römer selbst haben ihre Spuren hinterlassen: Mauerreste im Wald beim Dreher Kopf stammen aus dem 4. Jh. Über den Daubenbornerhof, einen uralten Verkehrsknotenpunkt, geht es hinunter zur ehemaligen Burg Breidenborn: Restlos verschwunden, erinnern nur noch der Flurname und einige alte Grenzsteine an die Wasserburg aus der Zeit Kaiser Barbarossas. Seltene Exemplare von keltischen Grabhügeln wurden in den Waldabteilungen Zollstock und Daubenborner Heide wieder aufgebaut.

Länge: 8,5 km, Höhenprofil: + 60 m, Wanderzeit: ca. 2 1/2 Std.

Einstieg: Birkenstraße 25a, 67677 Enkenbach-Alsenborn

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Mönchsweg I und II

Um Hochspeyer gelegen sind zwei Wanderstrecken zu je 12 km und 13,5 km, die den Namen Mönchsweg erhalten haben. Der Name rührt von jenen Mönchen her, die nachweislich seit dem 12. Jahrhundert, teilweise auf dieser Route, von ihrem heimischen Kloster Otterberg zu ihren Besitztümern sowie in die Stadt Kaiserslautern und zurück gelangten. Der Streckenverlauf des Mönchsweges selbst basiert auf den Aufzeichnungen des jüdischen Hochspeyerer Heimatforschers Leopold Seeh (1873-1937), der auf dem dortigen Friedhof begraben liegt. Schon er war von der ansprechenden Landschaft fasziniert und hielt die Strecke schriftlich fest, um seine Leser zu inspirieren und zur Erkundung des Gebietes zu bewegen. Dies gelingt damals wie heute.  

Die Route führt an zahlreichen Zeitzeugen, zu denen Hinweisschilder Informationen liefern, vorbei. Das Spektrum der Zeitzeugen reicht von der Vorgeschichte bis nahezu in die Gegenwart. Dabei wird auf den Mönchswegen I und II stets der aktuelle Befund ohne Veränderungen gezeigt.

Die einst eingebrachten menschlichen Überreste sowie die Grabbeigaben sind heute in der Regel vergangen. Deshalb sind keine genauen Aussagen mehr möglich. Die Untersuchung solche Gräber im Gebiet belegt, dass es sich um Bestattungen der hier siedelnden Bevölkerung handelte.

Diese enthielten Grabbeigaben, die Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens darstellten. Prunkvoll, jedoch ohne Aufzeichnungen aus dieser Zeit, waren die Adelsgräber wie etwa Bad Dürkheim und Rodenbach ausgestattet. Generell sind die menschlichen Überreste und die Beigaben dieser Bestattungen heute meist vergangen und nur anhand von Bodenverfärbungen für das kundige Auges des Archäologen sichtbar. Daneben führt der Weg an römischen und frühneuzeitlichen Zeitzeugen vorbei; Grenzsteine informieren über die einst herrschenden Eigentumsverhältnisse und Schanzanlagen erinnern an den Krieg der Preußen und Österreicher gegen die Franzosen. Der Heiligenbergtunnel, eine architektonische Meisterleistung ihrer Zeit, wird heute noch für den Schienenverkehr genutzt. Im Bereich des Zauberwaldes schließlich sind ein aufmerksamer Blick und Phantasie von Vorteil: Es gilt, Verborgenes zu finden. Wandern, entdecken und erfahren - erleben Sie die rätselhaften Zeitzeichen des Mönchsweges!  

Mönchsweg I: ca. 12 km, Wanderzeit: ca. 3 Std., Einkehrmöglichkeiten in Hochspeyer, Daubenbornerhof und Fischbach.

Mönchsweg II: ca. 13 1/2 km, Wanderzeit: ca. 3 1/2 Std., Einkehrmöglichkeiten in Hochspeyer.  

Einstiege: 

  1. Hochspeyer: Hauptstraße 121; Folgen Sie diesem Link auf Google Maps: https://goo.gl/maps/d7zN9arksNM2
  2. Hochspeyer: Kirchstraße 120,67691 Hochspeyer; Folgen Sie diesem Link auf Google Maps: https://goo.gl/maps/VwZRM2mfZ962
  3. Hochspeyer: B37, Auf dem Stich; Folgen Sie diesem Link auf Google Maps: https://goo.gl/maps/wubrCZYZjvM2
  4. Hochspeyer: Zum Eichwald; Folgen Sie diesem Link auf Google Maps: https://goo.gl/maps/bhsAti8EXgC2
  5. Fischbach: Sportplatz, Frontalstraße; Folgen Sie diesem Link auf Google Maps: https://goo.gl/maps/LCW3oQM1cWw